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Blog / Marketing & Kommunikation in der Krisenzeit

Corona: Last-Minute-Tipps für Ihr Marketing

Viele Beschränkungen werden diese Woche aufgehoben, auf eine Rückkehr zur Normalität werden wir jedoch noch etliche Wochen warten müssen. Diese Schritte im Marketing müssen Sie jetzt setzen, damit Ihr Unternehmen nicht auf der Strecke bleibt.

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Unternehmen dürfen nach Ostern unter gewissen Bedingungen wieder öffnen. Für manche Branchen ist mit einem regelrechten Ansturm der Kunden zu rechnen, doch Beschränkungen der Kundenzahl im Geschäft und auch des Personals durch Kurzarbeit und Kinderbetreuung werden wohl für den Großteil der Betriebe bedeuten, dass der gewohnte Umsatz noch länger auf sich warten lässt.

Wichtig ist derzeit, Ihren Kunden zu zeigen, dass Sie weiterhin für sie da sind, und dabei Zuversicht und Verlässlichkeit auszustrahlen!

Aus Erfahrung der letzten Krise ist zudem mit einer Verlagerung der Umsatzschwierigkeiten für viele Unternehmen - besonders aus dem B2B-Bereich - bis in die nächsten Jahre zu rechnen: laufende Verträge werden jetzt noch erfüllt, aber geplante Projekte oder Investition aus Unsicherheit über die Zukunft aufgeschoben oder gecancelt. Doch die Unterstützung durch den Staat wird nicht so lange zur Verfügung stehen. Umso wichtiger ist es deshalb, auch im Marketing nicht nachzulassen:

 

Lassen Sie Ihre Kunden wissen, ob und wann Sie geöffnet haben

Die Komplexität der Regeln überfordern nicht nur viele Unternehmer, sondern vor allem deren Kunden. Zudem verursachen Kurzarbeit und familiäre Betreuungspflichten oft eingeschränkte Verfügbarkeit von Mitarbeitern. Deshalb: Sobald Sie wissen, zu welchen Bedingungen Ihr Betrieb geöffnet sein darf (für rechtliche Rahmen siehe siehe wko.at/corona bzw. Ihre Fachgruppe in der Wirtschaftskammer), lassen Sie es auch Ihre Kunden wissen.

Dazu stehen in erster Linie drei Wege offen:

  • Zuerst einmal Ihr Standort selbst. Ein Zettel beim Eingang mit der Information, ob Sie generell wieder geöffnet haben und zu welchen Zeiten, kann auch Passanten ausserhalb ihrer regulären Öffnungszeiten schnell informieren.
  • Auch auf Ihrer Website muss diese Information hervorgehoben stehen - selbst wenn sich an Ihren Zeiten nichts geändert hat. Kunden sind verunsichert und wollen sichergehen, dass eine Anfahrt nicht vor geschlossenen Türen endet. Nutzen Sie den Platz auch für Hinweise über notwendige Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen: Ist es ratsam, eigene Masken mitzubringen? Wieviele Personen dürfen in Ihr Geschäft? Kann man vorab anrufen und Produkte zur Abholung reservieren? usw.
  • Aktualisieren Sie diese Informationen auf Ihrer Google-Business-Seite unter business.google.com. Dort können geänderte Öffnungszeiten ebenso angegeben werden wie eine „temporäre Schließung“, falls Ihr Betrieb noch nicht geöffnet ist. Jede Suche in Google Maps lässt Kunden so wissen, ob sich eine Anfahrt lohnt. Bei der Gelegenheit können dort auch geänderte Leistungen und Produkte angegeben werden (z.B. Lieferung oder Abholung), was sich in Google-Suchergebnissen auch positiv auswirken kann. Eine ähnliche Funktion für Öffnungszeiten usw. gibt es auch auf Facebook für Ihre dortige Unternehmensseite.

 

Treten Sie mit Ihren Kunden in Kontakt

Lassen Sie Ihre Kunden wissen, dass Sie wieder für sie da sind. Gibt es Einschränkungen beim Produktsortiment, der Erreichbarkeit oder den Öffnungszeiten? Seien Sie offen in der Kommunikation und sprechen Sie auch diese Probleme an.

Es macht sich nun natürlich bezahlt, wenn man schon zuvor Kontaktadressen (datenschutzrechtlich konform) gesammelt hat, denn der schnellste Weg ist per E-Mail-Newsletter. Andere Kanäle sind z.B. Ihre Facebook- oder Instagram-Seite.

Aber auch die traditionellen, analogen Wege sollte man nicht ausser Acht lassen: Viele Menschen werden weiterhin den Großteil des Tages zuhause verbringen, wo der Gang zum Briefkasten das „Highlight“ des Tages ist. Seien Sie Teil dieses Highlights: eine personalisierte Postsendung direkt an Ihre Stammkunden kommt dafür ebenso in Frage wie ein Postwurf in Ihrem Bezirk. Die Zuhausegebliebenen haben Zeit zum Prospekte lesen - nutzen Sie diesen Umstand für sich! Zudem ist gerade in der momentan „überdigitalisierten“ Zeit die Wertschätzung für analoge Produkte besonders hoch.

Die Königsdisziplin ist natürlich auch hier Content Marketing und Storytelling. Ein Blog, ein gedruckter Newsletter oder eine kurze Geschichte per Video können erzählen, wie das Unternehmen mit der Krise umgeht, wie man Kunden unterstützt und welche Produkte oder Dienstleistungen vielleicht gerade jetzt interessant sind. 

Wichtig in Ihrer Kommunikation ist auch jetzt, Optimismus und Stabilität auszustrahlen.

 

Sparen Sie nicht am Marketing - auch in Krisenzeiten!

Die Krisenzeit brachte für viele Betriebe große Veränderung, insbesondere was die Konkurrenzsituation anging. Plötzlich brach die gesamte Kundschaft weg und lief zu Supermärkten, die weiterhin geöffnet sein durften und weiterhin Nonfood-Produkte anboten. Auch andere Unternehmen erweiterten ihr Sortiment kurzfristig um benötigte Produkte und Dienstleistungen, die sonst von anderen Spezialisten angeboten wurden.

Verteidigen Sie Ihre Marktanteile, die Sie sich über lange Zeit so hart erarbeitet haben! Marketing ist gerade in Krisenzeit wichtig, da ein Nachlassen in Ihrer Sichtbarkeit durch kurzfristige Sparmaßnahmen oft langfristig nur mit großen Investition wieder kompensiert werden kann. 

Ein rasch verfolgbarer Ansatz sind Gutscheine, die aus Kundensicht natürlich auch einen finanziellen Vorteil bieten müssen (sprich: vergünstigt angeboten werden). Auch zeitlich begrenzte Rabatte auf später ausgeführte Dienstleistungen oder ausgelieferte Waren können das Unternehmen kurzfristig über Schwierigkeiten hinweghelfen und vor allem den Kunden binden und von Mitbewerbern fern halten. Doch jede Vergünstigung bedeutet auch eine Gewinneinbuße, weshalb diese Schritte gut kalkuliert werden müssen.

Auch Ihre Werbung muss weiterlaufen, denn es gibt sehr wohl eine Zeit nach der Krise. Vielleicht hat sich Ihr Sortiment durch die Krise geändert, es eröffnen sich neue Absatzmärkte oder Produktanwendungen: alles Punkte, an denen Ihre Kommunikation schon heute erfolgreich ansetzen kann!

 

Keine Panik aufkommen lassen

Die Coronakrise ist wohl die größte Herausforderung für Österreich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, viele Einschränkungen werfen so manches Konzept über den Haufen. Trotzdem ist das kein Grund zu Panik, denn die zur Verfügung stehenden staatlichen Hilfsmittel werden zumindest über die härteste Zeit hinweghelfen.

Deshalb ist auch beim Marketing ein konzentriertes, überlegtes Vorgehen notwendig. Schnell mal eine unüberlegte Online-Kampagne rausschießen ist genauso wenig ratsam wie das Kürzen vom Marketingbudget.

Handeln Sie auch in Krisenzeiten optimistisch mit Strategie und langfristigen Plänen, denn bisher hat sich noch nach jeder Krise gezeigt, dass es der Wirtschaft danach besser ging als zuvor. Und dieser Umstand gibt uns das Potenzial aus den Ursachen dieser Krise zu lernen und langfristig mit vielen Gewinnern herauszugehen: die Wirtschaft, die Umwelt und das Leben aller Menschen weltweit.

 

Bereiten Sie sich schon auf die Zeit nach der Krise vor – bis jetzt wurde es immer besser!

Über den Autor: Jürgen Eixelsberger

Jürgen Eixelsberger ist Gründer und Creative Director der Werbeagentur designation - Strategie | Kommunikation | Design. Seit vielen Jahren ist er in den Bereichen Marketing, Grafik Design und Web tätig und betreut mit diesen Kompetenzen Kunden vom KMU bis zum internationalen Konzern.

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