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„Es gibt sicherlich noch viel zu tun und Luft nach oben.“

Agenturblog / Digitale Barrierefreiheit • Interview

Mag.a Susanne Ebner ist die Leiterin der Gleich­behandlungs­stelle des Landes Kärnten. In dieser Funktion steht sie auch der Monitoring- und Beschwerdestelle für die digitale Barrierefreiheit in Kärnten vor.

Im Interview mit uns sieht sie bei der Umsetzung von digitaler Barrierefreiheit noch "Luft nach oben".

Business Portrait von Mag. Susanne Ebner, Leiterin der Gleichberechtigungsstelle des Landes Kärnten

Die Gleichbehandlungsstelle ist u. a. Anlaufstelle für alle Personen, die sich in Angelegenheiten des Landes Kärnten und der Gemeinden, die in die Regelungskompetenz des Landes fallen, diskriminiert fühlen.  
Sie ist somit auch die Monitoring- und Beschwerdestelle für die digitale Barrierefreiheit in Kärnten. Im Rahmen des Monitorings wird regelmäßig eine Auswahl von Websites und mobilen Anwendungen auf ihre Barrierefreiheit überprüft.

Web: gleichbehandlung.ktn.gv.at

Warum ist digitale Barrierefreiheit Ihrer Meinung nach von entscheidender Bedeutung?

Susanne Ebner: „Die digitale Barrierefreiheit verbessert nicht nur das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern alle Menschen profitieren davon. ­Digitale Informationen sind oft der Schlüssel zu Bildung, Gesundheitsversorgung, politischer Teilhabe und vielem mehr. Von der Bevölkerung wird immer mehr Digitalisierung erwartet. Sei es, wenn es um das Thema digitale Behördenwege geht, oder ums Onlinebanking. Das ist prinzipiell eine sehr gute Entwicklung, weil es einfach ist und Zeit spart, aber nur dann, wenn diese Angebote auch für alle zugänglich sind und keine Bevölkerungsgruppe übersehen wird.“

Was ist Ihre Aufgabe?

„Im Sinne des Web-Zugänglichkeits-Gesetzes und der Gleichbehandlung soll durch unsere Stelle sichergestellt werden, dass alle Kärntner:innen alle Informationen auf der Landes- oder den Gemeinde-Homepages barrierefrei dargestellt werden.  Wir überwachen die entsprechenden Websites stichprobenartig und übermitteln die Ergebnisse an die Europäische Kommission. Weiters unterstützen wir die Kärntner Gemeinden dabei, ihre Websites zu verbessern. Oft sind es nur kleine Änderungen im Code, die bereits eine große Wirkung zeigen. Wir sensibilisieren die Gemeindemitarbeitenden und bieten entsprechende Schulungen an. Als Beschwerdestelle unterstützen wir Bürger:innen bei der Durchsetzung einer Beschwerde, wenn das digitale Angebot einer Gemeinde oder des Landes nicht barrierefrei ist."

[Digitale Barrierefreiheit] ist zwar mit Mehraufwand verbunden, bringt aber auch viel. Je einfacher und klarer eine Website Informationen darstellt, desto schneller werden sie von allen Nutzer:innen gefunden.

Wie barrierefrei sind öffentliche Websites aktuell?

„Es gibt sicherlich noch viel zu tun und Luft nach oben. Oft fehlt den handelnden Personen das Bewusstsein in Sachen Barrierefreiheit. Digitale Barrierefreiheit erfordert laufende Aktualisierung und Wartung. Das ist zwar mit Mehraufwand verbunden, bringt aber auch viel. Je einfacher und klarer eine Website Informationen darstellt, desto schneller werden sie von allen Nutzer:innen gefunden.“

Haben Sie ein konkretes Beispiel?

„Eine Geschichte finde ich persönlich sehr berührend: Eine sehbeeinträchtigte Person plant das Wochenende immer mit dem Online-Veranstaltungskalender der Gemeinde. Da nicht alle Veranstaltungen barrierefrei auf der Homepage angeführt werden, kann der Screenreader nur rudimentäre Informationen vorlesen. Das heißt, dass diese Person als Gemeindebürger:in wegen mangelnder Informationen an gewissen Veranstaltungen oder am kulturellen Leben nicht teilnehmen kann. Eine Situation, die nur etwas Verständnis bei den Gemeindebediensteten verlangt und einfach gelöst werden kann. Deshalb sind wir stetig bemüht, mehr Öffentlichkeit für diese Thematik zu schaffen. Sei es bei ausführenden Dienstleister:innen, Bürgermeister:innen und allgemein in der Gesellschaft. Ich hoffe, dass das neue Barrierefreiheitsgesetz dazu beitragen wird, das Thema stärker in den Fokus zu rücken. Diese Entwicklung ist erfreulich, da nun nicht nur die öffentliche Verwaltung, sondern auch Unternehmen ihrer Verpflichtung nachkommen müssen, ihre Angebote für alle Menschen zugänglich zu machen.“

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